Eine gut gepflegte Automatikuhr läuft jahrzehntelang. Das Wesentliche sind drei Gewohnheiten: mit klarem Wasser abspülen, wenn sie Meerwasser oder Schweiß abbekommen hat, die Krone nie im nassen Zustand bedienen und alle fünf bis sieben Jahre revidieren lassen.
Der Schmutz, der einer Uhr wirklich schadet, sammelt sich zwischen den Armbandgliedern: eine Mischung aus Schweiß, Seife und Haut, die abrasiv wird. Einmal im Monat, bei fest verschraubter Krone, das Armband unter lauwarmem Wasser mit einer weichen Zahnbürste und einem Tropfen neutraler Seife reinigen und mit einem Mikrofasertuch trocknen. Gehäuse und Glas werden trocken mit Mikrofaser gereinigt.
Zu vermeiden: Haushaltsreiniger, Alkohol auf lackierten Teilen und handelsübliche Ultraschallbäder bei einer Uhr, deren Dichtungszustand unbekannt ist.
Angaben zur Wasserdichtheit werden im Labor gemessen, an einer neuen und unbewegten Uhr. In der Praxis:
Dichtungen altern, auch ohne Gebrauch. Eine Dichtheitsprüfung beim Uhrmacher alle zwei bis drei Jahre dauert zehn Minuten.
Wenn Ihre Uhr plötzlich mehrere Minuten pro Tag vorgeht, ist sie sehr wahrscheinlich magnetisiert. Die Übeltäter im Alltag: Lautsprecher, Magnetverschlüsse von Taschen und Tablet-Hüllen, Induktionskochfelder, Handyhalterungen im Auto. Die Behebung ist harmlos: Jeder Uhrmacher entmagnetisiert sie in zwei Minuten, oft kostenlos.
Das Öl eines mechanischen Werks baut sich mit der Zeit ab, auch wenn die Uhr nicht getragen wird. Nach fünf bis sieben Jahren steigt die Reibung und der Verschleiß der Teile beschleunigt sich. Eine Revision bedeutet Zerlegen, Reinigen, Ölen und Regulieren des Werks. Bei einem Seiko-Kaliber ist das Routine, die jeder Uhrmacher beherrscht, ohne seltene Ersatzteile bestellen zu müssen. Das ist einer der konkreten Vorteile dieser Werke gegenüber prestigeträchtigeren Manufakturkalibern, deren Teile nicht frei erhältlich sind.
Bewahren Sie die Uhr flach liegend auf, vor direktem Licht geschützt und fern von Magnetquellen. Wenn Sie mehrere besitzen und täglich eine tragen, lassen Sie die anderen stehenbleiben: Das schadet ihnen nicht. Ein Regulier-Tipp: Mit dem Zifferblatt nach unten beruhigt sich eine vorgehende Uhr meist; mit der Krone nach oben holt eine nachgehende Uhr oft ein paar Sekunden auf.
Es ist das Teil, das zuerst verschleißt. Prüfen Sie beim Stahlband gelegentlich, ob sich die Stifte der Glieder herausarbeiten und ob die Schließe sauber einrastet. Bei einem Lederband rechnen Sie im täglichen Tragen mit ein bis zwei Jahren: Ein Wechsel lässt eine Uhr für ein paar Dutzend Franken wieder wie neu wirken.
Bei einer einfachen Uhr nicht. Sie von Hand aufzuziehen, wenn Sie sie wieder anlegen, genügt völlig, und viele Uhrmacher finden, dass ein Beweger das Werk unnötig laufen lässt.
Tragen Sie die Uhr nicht weiter und bringen Sie sie rasch zu einem Uhrmacher. Eingeschlossene Feuchtigkeit oxidiert das Werk innerhalb weniger Tage. Wenn noch Garantie besteht, kontaktieren Sie zuerst uns.
Bei einem Seiko-Werk rechnen Sie mit etwa hundert Franken bei einem unabhängigen Uhrmacher, deutlich weniger als bei einem Manufakturwerk.
Für den täglichen Umgang (Aufziehen, Datum einstellen) siehe unsere Bedienungsanleitung für Automatikuhren.